Charta

Charta des Tchoukball

1. Das Spiel schliesst jeden persönlichen oder gemeinsamen Ehrgeiz aus.

In persönlicher Hinsicht: Jeder Spieler nimmt Rücksicht auf den andern, sei er nun Gegner oder Mitspieler, sei er stärker oder schwächer.

Das Spiel eignet sich für alle Stufen von angeborener oder erarbeiteter Fähigkeit. Gezwungenermassen stehen sich somit Spieler mit unterschiedlichem Können gegenüber. Gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme zwingen jeden Spieler, sein Verhalten technisch und taktisch der jeweiligen Situation anzupassen.

Auf Mannschaftsebene: Ein Resultat -wie immer es auch laute- soll nie einen Einfluss auf das Ansehen eines einzelnen oder einer Gruppe haben und soll keinesfalls zu „Sektierertum“ führen. Ein Sieg kann Befriedigung und Freude bereiten, darf aber nie in überheblichen Stolz ausarten. Gewinnen soll eine Aufmunterung sein. Siegerstolz jedoch trägt in seinem Keim den Kampf nach Ruhm, was wir als Quelle von Streitigkeiten auf allen Stufen ablehnen.

2. Tchoukball bedingt eine ständige Unterordnung im Mannschaftsspiel, eine fortwährende Überwachung des zirkulierenden Balles, sowie eine sachliche und einfühlende Beobachtung der Spieler. Die persönliche Unterordnung besteht in der individuellen Teilnahme am Spielgeschehen. Sie hat zur Folge, dass im Spiel verschiedenartige Charaktere aufeinandertreffen:

a) Sinn des Zusammenspiels: Es kittet die Spieler zusammen; es ermöglicht, deren Eigenschaften zu beurteilen und zu schätzen; es fördert den Gemeinschaftssinn in den Bemühungen der kleinen Gruppe.

b) Einstellung auf den „Gegner“ dem man eine geeignete Spielweise gegen-überstellen muss, die jedoch nie und in keiner Weise feindlich sein darf.

c) Das wichtigste Ziel eines jeden soll das schöne Spiel sein. Eine allgemeine Erfahrung beim Sport ist im Leitwort beschrieben „Schönes Spiel ruft nach schönem Spiel“.

Diese Einstellung ist die Grundlage für die zwischenmenschliche Wirkung des Tchoukballs. Sie ermöglicht das Streben nach Perfektion bei Vermeidung von negativen Handlungen dem Gegner gegenüber.

Das ist nicht nur eine Spielregel, sondern ein Grundsatz für eine dauerhafte Basis sozialen Benehmens.

Das Ziel ist also die Vermeidung von Konflikten. Die Idee von „Fairplay“ wird nicht nur verwirklicht, sondern übertroffen. Es sind nicht Konzessionen dem Gegner gegenüber, sondern gemeinsame Aktionen, welche die Mannschaften einander näherbringen, wobei das schöne Spiel der einen das schöne Spiel der anderen Mannschaft ermöglicht.

3. Durch die körperliche Betätigung wird das Spiel zu einer zwischenmenschlichen Begegnung: Alle beteiligen sich an der Ausführung; der Bessere über-nimmt die Aufgabe, den weniger Guten zu fördern. Es gibt also keine eigentliche Meisterschaft, sondern mehr ein Streben nach Perfektion.

Wenn man sagt „Der bessere soll gewinnen“, so soll man darunter denjenigen mit der besseren Vorbereitung verstehen. Es ist daher begründet, dass die erzielten Resultate den Aufwand jedes einzelnen und der gesamten Mannschaft belohnen.

In diesem Rahmen kann und soll ein Sieg berechtigte Befriedigung bringen, jedoch unter gleichzeitiger Achtung des Gegners.

Ein Sieg soll beim Gegner nicht ein Gefühl von Erniedrigung hervorrufen, sondern den Wunsch, es ebenso gut zu tun. Die Gewinner müssen sich bemühen, dieses Verlangen zu wecken. Eine gesunde Befriedigung seitens der Gewinner ist wie ein Händedruck, mit dem man den Gegner zu weiterem wirkungsvollem Training ermutigt.

Aus diesem Grund soll der Begriff „Sieger“ durch die bescheidenere und besser geeignete Bezeichnung „Gewinner“ ersetzt werden.

Spielen, um sich zu vervollkommnen: Jede Tätigkeit im Spiel soll dieses Ziel einschliessen und anstreben. Unter dieser These soll jeder Anlass im Tchoukball stattfinden, vom kleinsten Freundschaftstreffen bis zur ernsthaften Spitzenbegegnung.